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Karrieremöglichkeiten als Jurist*in – Wo kann ich überall arbeiten?

Ein Erfahrungsbericht von Lara

Nach den schriftlichen Klausuren des 2. Staatsexamens habe ich mich mit der Frage beschäftigt, welche Zweige mir in der Berufswelt offenstehen. Erstmals hatte ich die Zeit und Muße, mich mit der Thematik auseinanderzusetzen, welche Berufe ich als Juristin ergreifen kann, welche Voraussetzungen die verschiedenen Berufsbereiche haben und welche Möglichkeiten mir offenstehen. Wie ich schnell herausgefunden habe, gibt es sehr viele Bereiche, in denen man als Jurist tätig sein kann. Mit diesem Beitrag möchte ich euch verschiedene Berufswege aufzeigen, die man als Jurist(in) einschlagen kann.

Justiz

Klar, allem voran steht der Staatsdienst im Rahmen der Justiztätigkeit. Das Rechtsreferendariat ist die Ausbildung zur Befähigung zum Richteramt, sodass die Tätigkeit im Justizbereich angestrebt werden soll. In Bayern ist man wechselseitig als Staatsanwalt oder Richter im Zivil- oder Strafrecht tätig. Im Staatsdienst werden zweimal jährlich Juristen eingestellt, jeweils Nach Abschluss der Zweiten Juristischen Staatsprüfung. In der Regel wird man zunächst als Staatsanwalt/Staatsanwältin tätig. In seltenen Fällen – je nachdem welche Stellen gerade frei sind – kann man auch als Zivil- oder Strafrichter im Amtsgericht angestellt werden. Zunächst ist man für zwei Jahre „Richter auf Probe“, bevor man verbeamtet wird. Jedenfalls ist aber sichergestellt, dass diejenigen, die als Richter angestellt werden, spätestens nach einem Jahr in die Staatsanwaltschaft wechseln, sodass man mindestens ein Jahr in der Staatsanwaltschaft tätig ist. Aktuell kann man sich mit einer Punktzahl von 8,00 Punkten für den Staatsdienst in der Justiz bewerben. Das Bewerbungsverfahren dauert ca. 4-6 Monate. Nach der Zeit als „Richter auf Probe“ wechselt die Beschäftigung zwischen Staatsanwaltschaft und Richtertätigkeit.

Innere Verwaltung

Neben dem Staatsdienst „Justiz“ ist es auch möglich den Staatsdienst im Bereich der inneren Verwaltung abzuleisten. Auch hier wird man nach einiger Zeit verbeamtet. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, in denen man tätig sein wird: Behörde, Landratsamt, Regierung. Im Landratsamt ist man als Jurist neben der juristischen Tätigkeit auch im Rahmen der Personalführung tätig. Man betreut einen gewissen Bereich, wozu nicht nur die rechtliche Beratung zählt, sondern eben auch die Leitung des Personals aus dem Bereich, in dem man tätig ist. Nach aktueller Information kann man sich in Bayern mit einem Ergebnis von 7,5 Punkten für den Staatsdienst in der inneren Verwaltung bewerben.

Finanzamt

Neben Justiz und innerer Verwaltung, gibt es auch die Möglichkeit in einem Finanzamt tätig zu werden. Auch hierbei handelt es sich um den Staatsdienst. Ähnlich wie in der inneren Verwaltung ist auch hier neben den juristischen Fähigkeiten, Personalführungsfähigkeit gefragt. Auch hier wird man die Rechtsbehelfsstelle des Finanzamts leiten, wozu auch die Führung des Personals zählt. Da man im Rahmen des Referendariats erstmals das Steuerrecht kennen gelernt hat und das auch nur in begrenztem Umfang, bietet sich hier die Möglichkeit ein Trainee-Programm zu durchlaufen. Man bekommt also eine Art Fortbildungsmöglichkeit im Rahmen des Steuerrechts. Da auch hier dringend Personal benötigt wird, kann man sich mit 7,0 Punkten für die Tätigkeit im Finanzamt bewerben. Nach einiger Zeit kann man auch in die Finanzgerichtsbarkeit aufsteigen.

Rechtsanwaltstätigkeit

Neben dem Staatsdienst kann man im klassischen juristischen Beruf natürlich auch als Rechtsanwalt tätig sein. Die Tätigkeit als Rechtsanwalt ist wiederum in verschiedenster Weise möglich: Selbständig oder angestellt. Stellenanzeigen für Rechtsanwälte im Angestelltenverhältnis ist leider oft rar, sodass manchmal nur die Möglichkeit für die Selbständigkeit übrig bleibt. Die Selbständigkeit sollte aber dennoch gut durchdacht sein und geplant. Selbständigkeit bedeutet eben auch „selbst“ und „ständig“ zu arbeiten. Sollte die Note für den Staatsdienst nicht reichen, ist die Anwaltschaft dennoch sehr attraktiv.

Unternehmensjurist

Neben den „klassischen“ juristischen Berufen wie Staatswalt, Richter oder Rechtsanwalt gibt es auch die Möglichkeit in einem Unternehmen als Jurist tätig zu sein. Hier kann man als Syndikusrechtsanwalt angestellt sein, oder auch als Jurist in einer Rechtsabteilung als Angestellter. Als Unternehmensjurist sollte man die Freude am Wirtschaftsleben mitbringen, denn man wird häufig hauptsächlich im Bereich der Wirtschaft tätig sein. Daneben gibt es aber auch die Möglichkeit bei Versicherungen als Schadensregulierer tätig zu sein oder aber auch in anderen Unternehmen in der Rechtsabteilung. Dort bearbeitet man dann Arbeitsverträge und andere zivilrechtliche Angelegenheiten des Unternehmens. Häufig ist hier das Arbeitsrecht oder auch das Gesellschaftsrecht gefragt – daneben aber auch die spezielleren Gebiete wie gewerblicher Rechtschutz, IT-Recht, Datenschutzrecht oder ähnliches.

Fazit

Das Studium und die Ausbildung zum Volljuristen ist lang und hart, zahlt sich aber am Ende des Tages doch aus. Als Volljurist stehen einem viele Wege und Türen offen. Deshalb kann jeder nach seiner Interessenslage und seinen Vorlieben wählen, in welchem Bereich er doch tätig sein will. Sollte einem die eine Branche nicht gefallen, kann man ohne Probleme in eine andere Sparte wechseln Im Staatsdienst ist man natürlich von den Noten des Examens abhängig. In den anderen Bereichen ist man deutlich freier, in welchem Bereich man sein Beruf als Volljurist ausleben möchte. Ich hoffe euch interessante Einblicke in die Möglichkeiten als Volljurist gegeben zu haben. Vielleicht hilft euch dieser Beitrag dabei, herauszufinden, was ihr in Zukunft gerne machen möchtet.

Lara

 

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