Business Small Talk als Türöffner nicht nur beim Netzwerken nutzen

Wie wichtig Small Talk für den Erfolg beim Networking und darüber hinaus im Berufsleben ist, ist vielen von uns klar. Doch wenn es darauf ankommt, wissen wir nicht, was wir sagen sollen. Dabei kann jede:r ein:e gewandte:r Small Talker:in werden, wenn man sich als Berufsanfänger:in nur traut. Erfahren Sie im Folgenden 7 Tipps, so dass das sog. kleine Gespräch ab sofort auch Ihnen fast mühelos gelingt, und Sie auf diese Weise die Basis für erfolgreiches Networking legen.

Die kommunikative Bedeutung von Small Talk ist beim Networking nicht zu unterschätzen. Bei einem guten kleinen Gespräch wird die Distanz zum Gegenüber schnell überwunden. Die in den meisten Fällen für beide Seiten etwas herausfordernde oder gar unangenehme Gesprächssituation wird durch Small Talk aufgelockert. Zudem besteht die Gelegenheit, sich in kurzer Zeit etwas kennen zu lernen und so die Grundlage für einen im Regelfall späteren, vertieften Austausch zu legen.

Viele Berufseinsteiger:innen fragen sich nicht nur in klassischen Networking-Situationen, sondern auch in vielen Momenten im Berufsalltag, worüber sie mit ihrem Gegenüber beim Small Talk bloß reden sollen. Nicht zu Unrecht, denn 80 Prozent unserer täglichen Kommunikation sind sog. kleine Wortplänkeleien, sei es beim Stehempfang auf Konferenzen oder einfach nur mit den Kolleg:innen in der Kaffeepause.

Setzen Sie sich in solchen Momenten nicht gleich unter Druck, indem Sie auf jeden Fall mit dem ersten Satz punkten wollen. Den schlauen ersten oder zweiten Satz gibt es in der Regel nicht. Sie können sich aber auf Small Talk Gesprächssituationen vorbereiten, und es sich so etwas leichter machen:

Tipp 1: Finden Sie Gemeinsamkeiten.

Machen Sie sich gleich zu Gesprächsbeginn auf die Suche nach Gemeinsamkeiten. Die schnellsten Gemeinsamkeiten, die Sie mit Ihrem Gegenüber gleich haben, sind Ort, Umfeld und Anlass, die sie beide in den Austausch und am besten auch noch ins Networking gebracht haben. Stellen Sie offene Fragen, interessieren Sie sich für Ihre Gesprächspartner:innen, und schon sind Sie im Gespräch.

Tipp 2: Sie sind es wert, dass Ihr Gegenüber mit Ihnen redet.

Es gibt viele Ursachen für Sprachhemmungen, aber nur ein Mittel, das zugleich einfach praktikabel, effizient und effektiv dagegenwirkt: aufrichtiges Interesse am Gegenüber. Beim Small Talk spielen fachliche Kompetenz und Hierarchien regelmäßig keine Rolle. Das Einzige was zählt, ist Ihr Interesse, was Sie der anderen Person entgegenbringen.

Machen Sie sich bewusst: Niemand will beim Erstkontakt ein perfektes Gespräch. Die Person, mit der Sie mehr oder weniger zufällig am Stehtisch oder in einer Breakout-Session zusammenkommen, kämpft möglicherweise mit ähnlichen kommunikativen Herausforderungen wie Sie. Machen Sie sich daher bewusst: Ihr Gegenüber will sich im Regelfall einfach nur mit Ihnen unterhalten. Tun Sie ihm oder ihr den Gefallen.

Tipp 3: Hören Sie aktiv zu.

Durch aktives Zuhören zeigen Sie Aufmerksamkeit. Dies bedeutet nicht nur Nicken und ab und zu ein „ja“ oder „hmm“ zu sagen, sondern sich auch an beiläufig Erwähntes zu erinnern. Durch weitere Fragen oder auch die Wiederholung von bereits Gesagtem nach dem Motto „Sie erwähnten vorhin, dass …“ können Sie beinahe jedes Gespräch aufrechterhalten.

Ein Small Talk ist kein Kreuzverhör. Es geht nicht darum, so viele Informationen wie möglich von Anderen zu erfahren, sondern rauszufinden, ob eine gegenseitige Sympathie und damit die bereits erwähnten Gemeinsamkeiten bestehen, die eine Fortsetzung des Gesprächs zu einem späteren Zeitpunkt an einem anderen Ort möglich machen.

Tipp 4: Small Talk ist interaktiv. Monologe sind es nicht.

Wer kennt nicht diese Situation: eine Gruppe von Menschen steht um einen Stehtisch zusammen, aber nur eine Person spricht. Alle anderen langweilen sich. Das muss nicht sein, wenn Sie eines beachten: Nur weil Sie von einem Thema begeistert sind, heißt das noch lange nicht, dass es den anderen genauso geht.

Menschen machen regelmäßig Small Talk, weil sie mitreden wollen. Vergewissern Sie sich daher regelmäßig, dass Ihr Lieblingsthema interessant ist, indem sich diese am Gespräch beteiligten. Wenn alle nur höflich betreten in die Runde schauen, spätestens dann sollten Sie das Thema wechseln oder einer anderen Person dazu die Gelegenheit geben.

Tipp 5: Ob ein Thema ein Tabu ist, entscheidet Ihr Gegenüber.

Grundsätzlich kann fast jedes Thema ein gutes, aber auch ein schlechtes für Small Talk-Momente sein. Meist kennen Sie Ihr Gegenüber zu diesem Zeitpunkt noch nicht oder eben noch nicht gut genug, um die Relevanz von Inhalten einschätzen zu können. Denn ob ein Thema ein heikles oder gar ein Tabu ist, hängt allein von dieser Person ab. Machen Sie sich auch bewusst, dass nicht jeder Witz in einen Small Talk passt. Scheuen Sie sich aber auch nicht, vermeintliche Tabuthemen anzuschneiden, wenn Ihnen danach ist. Beobachten Sie in dem Fall die Reaktion Ihrer Gegenüber jedoch sehr genau: Nehmen diese das Thema an, oder würden sie lieber über etwas anderes sprechen?

Tipp 6: Geraten Sie nicht in Panik, wenn die Konversation stockt!

Eine Gesprächspause ist keine Katastrophe. Sie zeigt, dass das Thema der Gesprächspartner:innen aktuell ruht oder erloschen ist. Fragen Sie sich in einem solchen Moment nicht, „Was kann ich jetzt noch sagen?“, sondern: „Was interessiert mich noch?“. Das kann etwas aus dem bisherigen Gespräch, etwas Gesprächsverwandtes oder auch etwas Neues sein. Selbst wenn Ihnen zu einem Thema nichts mehr einfällt, können Sie immer noch etwas tun: entweder eine – am besten offene – Frage zu stellen, oder das Gespräch beenden. Verabschieden Sie sich nicht nur in diesem Fall beziehungspflegend, wertschätzend und freundlich.

Tipp 7: Nutzen Sie Small Talk als Einstieg ins Networking

Gelungener Small Talk ist auch für Berufsanfänger:innen und damit für Sie der beste Einstieg in erfolgreiches Networking. Bei zwanglosem Austausch schaffen Sie eine gemeinsame Basis mit bis dato unbekannten Personen, auf der vieles entstehen kann.

Nicht nur auf Netzwerkveranstaltungen, sondern auch im Arbeitsalltag gibt es zahlreiche Gelegenheiten für ein kleines Gespräch. Bleiben Sie dabei stets Sie selbst und bei Ihrer Denk- und Sprechweise. Machen Sie sich bewusst: Sie werden als Gesprächspartner:in akzeptiert, indem Sie den anderen Personen und ihrem Thema Respekt und Interesse entgegenbringen. Zudem ist eine Small-Talk-Situation keine mündliche Prüfung. Solange Sie authentisch bleiben, müssen Sie nicht alles wissen. Erinnern Sie sich immer wieder daran, dass Sie sich auch in herausfordernden Small-Talk-Situationen nicht verstellen. Denn Ihr Gegenüber bemerkt dies fast immer.

Alles, was Sie für erfolgreichen Small Talk brauchen, ist etwas Mut und Übung. Fangen Sie einfach an, gehen Sie bewusst in den Austausch, fokussieren Sie sich auf die Gemeinsamkeiten und bringen Sie – je länger Sie im Beruf sind – Ihre Expertise dezent mit ein. Probieren Sie es in der nächsten Situation im (Berufs-)Alltag aus, denn sonst erfahren Sie nie, welcher wertvolle Mensch neben ihnen steht, wenn Sie diese Person nicht proaktiv ansprechen.

Zur Autorin:

Rechtsanwältin Dr. Anja Schäfer unterstützt und berät als Business Coach und Mentorin Juristinnen bei Fragen zur strategischen Ausrichtung, zur beruflichen und persönlichen Neu- und Umorientierung, zur Kommunikation im Arbeitsumfeld, zum Netzwerkaufbau sowie zur Sichtbarkeit als Expertin im Netz. Sie ist Veranstalterin vom „FRAUENnetzwerkenTAG für Juristinnen“, einer Online-Konferenz rund um die Themen Networking, Selbstmarketing und Expertinnen Branding, welche am 1. & 2. April zum zweiten Mal stattfindet. Mehr dazu: http://www.frauennetzwerkentag.de/.